Geschlechterforschung

In den Sozial- und Geisteswissenschaften wurden schon immer Aussagen zu Männern und Frauen gemacht - allerdings meist ohne Geschlecht dabei bewusst zu reflektieren. Geschlechterforschung macht Männlichkeit(en) und Weiblichkeit(en) explizit zum Gegenstand der Forschung. Sie ist als "Wissenschaft zwischen den Disziplinen" insbesondere aus der feministischen Frauenforschung und aus den Queer Studies heraus entstanden. Historisch ist Geschlechterforschung ohne die politischen Kämpfe von Frauen und Homosexuellen um rechtliche, politische und soziale Gleichberechtigung und Teilhabe nicht denkbar.

Spätestens zu Beginn der 90er Jahre ist sowohl im politischen wie auch im wissenschaftlichen Diskurs eine Veränderung der "Leitsemantik von Frau auf Geschlecht" (M. Meuser) beziehungsweise "Gender" zu verzeichnen: Aus Frauenforschung wird Geschlechterforschung oder Gender Studies. Diesem Wandel liegt eine Veränderung des Konzeptes von Geschlecht beziehungsweise Gender zu Grunde. Während in der zunächst vorherrschenden Patriarchats-Begrifflichkeit vor allem männliche Dominanz über Frauen im Kern der Betrachtung stand und von männlicher Täterschaft und weiblicher Opferschaft die Rede war, werden im neueren Verständnis andere Perspektiven möglich.

Gender wird jetzt als permanenter Konstruktionsprozess verstanden, an dem - wenn auch unterschiedlich - sowohl Männer als auch Frauen beteiligt sind. Geschlechter werden nicht mehr als monolithisch, sondern als vielfältig angesehen. Dort, wo Geschlechterforschung mehr als ein nur ein neues Label ist, kommt nicht nur die Vielfalt "weiblicher", sondern auch "männlicher" Identitäten in den Blick und bezieht Erkenntnisse der bisher marginalen Männerforschung ein.

genderWerk bringt Kompetenzen aus den verschiedenen Strömungen der Gender Studies zusammen und berücksichtigt dabei auch die Perspektiven von Jungen und Männern. MitarbeiterInnen von genderWerk haben u.a. an nationalen und internationalen Forschungsprojekten in den Bereichen "Gleichstellung in Organisationen", "Geschlecht und Arbeit" und "Gewalt gegen Männer" mitgewirkt.

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